Wissenschaftlicher Unterbau: Reminiszenzforschung

Reminiszenz bezeichnet das Reflektieren und symbolische Wiedererleben vergangener Ereignisse (vgl. Parker 1995). Untersuchungen haben gezeigt, dass sowohl Reminiszenz als auch das geordnete Zurückblicken auf das eigene Leben positive Effekte auf das psychische Wohlbefinden älterer Menschen haben (vgl. Bohlmeijer 2007). Dabei ist mehr Potential im aufarbeitenden Zurückblicken zu erkennen als im einfachen Schwelgen in Erinnerungen. Diesem geordneten Aufarbeiten wird auch eine positive Wirkung zugeschrieben. Kreativität wird dabei als besonders förderlich identifiziert und das Schreiben von Tagebüchern als Beispiel genennen (vgl. Flood & Phillips 2007). Bornat sieht noch viel experimentelles Potential in der Reminiszenz, gerade bei der Ausweitung auf Techniken, von denen auch DemenzpatientInnen profitieren können (vgl. Bornat 2001). Auch der Nutzen der Reminiszenz für DemenzpatientInnen wird aufgearbeitet und beinhaltet geringere Desorientiertheit beim Wechsel in ein Pflegeheim, ein generell gesteigertes Wohlbefinden, eine geringere Neigung zu Depressionen und gesteigerte kognitive und sprachliche Fähigkeiten (vgl. Webster et al. 2010). Aufgrund dieser Einsichten ist auch für das im Projekt geplante spielerisch kreative Aufarbeiten des eigenen Lebensbaums eine positive Wirkung zu erwarten.

Bohlmeijer, E., Roemer, M., Cuikpers, P. & Smit, F. 2007, ‘The effects of reminiscence on psychological well-­being in older adults: A meta-analysis’, Aging & Mental Health, vol. 11, no. 3, pp. 291­-200.

Bornat, J. 2001, ‘Reminiscence and oral history: parallel universes or shared endeavour?’, Ageing and Society, vol. 21, pp. 219-­241.

Flood, M. & Phillips, K.D. 2007, ‘Creativity in older adults: a plethora of possibilities’, Issues in Mental Health Nursing, vol. 28, pp. 389-­411.

Parker, R.G. 1995, ‘Reminiscence: A Continuity Theory Framework’, The Gerontologist, vol. 35, no. 4, pp. 515-525.

Webster, J.D., Bohlmeijer, E.T. & Westerhof, G.J. 2010, ‘Mapping the Future of Reminiscence: A Conceptual Guide for Research and Practice’, Research on Aging, vol. 32, p. 527.